Schloss Oberbrunn
Impressionen

Chronik bis 1530

 

Aus dem ersten Band des Salzburger Urkundenbuchs geht ein Gütertausch hervor, den die edlen Brüder Eginolf und Walter mit ihrem Verwandten dem Erzbischof Odalbert von Salzburg (923 bis 935) auf der Insel Herrenchiemsee am 1. November 924 in Anwesenheit des Vogtes und Grafen Chadalhoch I. (gestorben um 959) beurkundeten.

 

Es handelte sich um die Güter von »Brunn« (in loco Prunna) die mit »Arnesdorf« (in loco Arnesdorf; = Ernsdorf, Gemeinde Prien) getauscht. Aribo I.,der Sohn des Grafen Chadalhoch I. Aribo I. gründete im Jahre 994 das Benediktinerkloster Seeon.

 

Der Erzbischof setzte in Brunn jeweils einen Ministerialen ein. Diese besaßen das Gut als Lehen des Erzbistums. Die Ministerialen waren ehemalige Unfreie, die durch ihre gehobene Berufstätigkeit in der Verwaltung oder als Soldaten im Dienste eines kirchlichen oder hochadligen Herrn, durch ihren Besitz und auch ihre Heiraten in den Adel eindrangen. Nach ihrer Verbindung mit den Rittern bildeten sie den niederen Adel.

 

Im Codex Falkensteinensis, einer Rechtsaufzeichnung der Grafen von Falkenstein aus dem 12. Jahrhundert wird erwähnt, dass im Jahr 1168 Odelricus de Brunnen als Zeuge einer Schenkung des bayerischen Herzogs an Graf Siboto IV. Auftrat. Dies ist die zweite existierende Erwähnung von Ober- und Niederbrunn.

 

Das Hochstift Salzburg, dem kirchlich das Gebiet bis an den Inn zugeordnet war, besaß vom 10. bis 12. Jahrhundert in unserem Raum Güter in Breitbrunn, Gstadt, Eggstätt, in der Gemeinde Pittenhart in Aiglsham und Hinzing und in Ober- und Niederbrunn. Mit der 1248 erfolgten Übernahme von Wasserburg und Hartmannsberg sowie der Vogtei über das Kloster Seeon kam unser Raum zunehmend in den Machtbereich der Wittelsbacher und der Salzburger Einfluss wurde stark zurückgedrängt.

 

Die Familie Prunner hat bereits 1374 dem oberbayerischen Landstand angehört. 1419 wird Hanns Prunner als Umgelder von Obing erwähnt. Seine Aufgabe war es, an den Mautstellen die Steuer auf den Verkauf von Getränke und Vieh zu kassieren. Um 1490 wurde in der Landtafel Herzog Georg des Reichen unter Pfleggericht Kling ein »Hanns Pruner zu Prun« eingetragen. Der Sitz der Familie Prunner war noch kein Schloss, es war eher ein gut ausgestatteter Gutshof.

 

Um 1528 wird Hanns I. Sunthaimer Besitzer von Oberbrunn. Er läßt an Stelle des Gutshofes das Schloss Oberbrunn von Grund auf neu erbauen. Die Schlosskapelle weihte am 22. April 1536 der Bischof von Chiemsee, Philipp von Lavant.